Mehr als 6.500 Gründe – Aktion für Menschenrechte:

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Thomas Dürmeier Allgemein Leave a Comment

Die Fußball-WM in Katar

 

Man sollte Vorfreude empfinden, doch über diesem Ereignis liegt laut dem Guardian und Amnesty International ein Schleier von über 6.500 toten Arbeitsmigrant:innen aus dem globalen Süden. Nur aufgrund von Arbeitsmigration konnte das Mammutprojekt „WM-Katar 2022“ überhaupt verwirklicht werden.

Diese Menschen müssen unter sklavenähnlichen Bedingungen schuften und haben keinen Ausweg aus ihrer prekären Situation.

 

Wie funktioniert Ausbeutung in Katar?

 

Das Kamala-System führt dazu, dass Menschen in einem Zwangssystem arbeiten müssen. Das bedeutet, ihnen werden bei der Einreise ihre Pässe entzogen, sie dürfen sich nicht in Gewerkschaften organisieren und müssen bis zu 12 Stunden bei enormer Hitze arbeiten. Sie sind von den so genannten Bürgen abhängig, die bestimmen, wieviel, wo und wann sie arbeiten müssen. Oft warten sie lange auf ihren Lohn, der teilweise ganz ausbleibt. Arbeiter:innen leben in Katar in einem für sie fast rechtsfreien Raum, in dem sie kaum Möglichkeiten haben, ihre Rechte durchzusetzen.

In Katar existieren zwei Welten: die Illusion eines modernen weltoffenen Staates der 300.000 Kataris trifft auf die Realität einer Erbmonarchie, in der ca. 1,7 Millionen Arbeitsmigrant:innen ausgebeutet werden.

Geschichte eines Arbeitsmigranten

Sujan Miah, ein Gastarbeiter aus Bangladesh, starb am 24. September 2020 während den Bauarbeiten in Katar im Alter von 32 Jahren. Bevor er als Gastarbeiter nach Katar ging, wurde seine Gesundheit von einem Arzt festgestellt.

Sujan Miah musste in den vier Tagen vor seinem Tod bei über 40 Grad Arbeiten, auch in der Nacht sanken die Temperaturen nur einmal auf unter 30 Grad. Trotz der hohen Temperaturen wurde kein Arbeitsstopp verhängt. Sujan Miah starb plötzlich im Schlaf, laut katarischen Behörden aufgrund eines natürlichen Herzversagens. Der Tod von Arbeiter:innen wie Sujan Miah wird beim Bau für die WM billigend in Kauf genommen. Das muss ein Ende haben!

(Quelle: Amnesty International – „In the Prime of Their Lives“)

 

Wir erinnern an die über 6.500 toten Arbeiter:innen in Katar. Mönchebergstraße, Hamburg, am 19. November 2022.

 

Was kann man also tun?

 

Die oft diskutierte Boykottfrage löst nicht das Problem der Ausbeutung in Katar. Beim Boykott der WM geht es nur um die Zeit während der WM, die Zwangsverhältnisse, in denen die Arbeiter:innen leben müssen, bleiben jedoch bestehen. Wichtiger ist es, sich aktiv mit Menschenrechten im Fußball zu beschäftigen und selbst aktiv zu werden. Erst durch eine längerfristige und nachhaltige Analyse und Kritik der Missstände werden sich die Umstände für Arbeiter:innen in Katar aber auch weltweit ändern.

 

Was jetzt tun?

  • Werde doch einfach bei Goliathwatch aktiv oder
  • Spende für wirtschaftliche Menschenrechte für Goliathwatch.

 

Weitere Informationen:

Unser Goliathwatch-Flyer zur WM WM-Flyer hier PDF downloaden

ARD Dokumentation: WM der Schande https://www.ardmediathek.de/sendung/katar-wm-der-schande/staffel-1/Y3JpZDovL3dkci5kZS9rYXRhci13bS1kZXItc2NoYW5kZQ/1

Hier die Studie von Amnesty  https://www.amnesty.org/en/documents/mde22/4614/2021/en/

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